Weil er schon so viel gereist sei, habe er eigentlich alle Einladungen ausschlagen wollen: Mexico abgesagt, Rom abgesagt – doch dann sei plötzlich ein Brief von Schüler*innen eines Pädagogik-Leistungskurses aus Garbsen gekommen. Einzig dieser Bitte, einmal an die IGS Garbsen zu kommen, um dort über die „Schule der Zukunft“ zu diskutieren, sei er an diesem Tag gefolgt. So kam es, dass einer der wohl bekanntesten deutschsprachigen Soziologen, Prof. Dr. Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität, Jena), am 30. August 2019 die IGS Garbsen besuchte, sein Resonanzkonzept vorstellte und somit die Gesprächsreihe zum Thema „Schule der Zukunft – Zukunft der Schule?“ fortsetzte. Allein schon die Resonanz auf die Ankündigung seines Kommens war überwältigend. In kürzester Zeit waren alle Plätze des Forums der IGS Garbsen ausgebucht und wer keinen Platz mehr ergattern konnte, saß eben auf den Treppenstufen: Über 250 Schüler*innen, Lehrer*innen und Mitarbeiter*innen der IGS Garbsen waren gekommen, daneben Mitglieder von Schulleitungen und Kollegien von Schulen aus der gesamten Region Hannover und den Landkreisen Nienburg und Schaumburg, ebenso eine große Anzahl gespannte auswärtige Schüler*innen und sogar der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne gab sich für eine halbe Stunde die Ehre, um mit dem Resonanztheoretiker auf dem Podium konstruktiv zu „streiten“. Bei all dem Treiben um seine Person blieb Rosa bescheiden, ein „Professor zum Anfassen“ wie er im Buche steht: Er reiste entspannt mit dem Zug an, verlangte weder Honorar noch Lobhudelei, begegnete den Schüler*innen auf Augenhöhe, schenkte ihnen am Nachmittag sogar noch einen exklusiven Workshop, hörte auch dort ihre Anliegen und nahm diese ernst. Die „Fridays for Future“-Bewegung sprach er ebenso an, wie die für ihn so wichtige Unterscheidung zwischen „Aneignung“ (im Sinne der Kompetenz) und „Anverwandlung“. In einer „Schule der Zukunft“ müsse es vor allem um letztere gehen und um Resonanzbeziehungen. So habe auch Hattie irgendwie Recht, wenn er die Wichtigkeit des Lehrers betone, so Rosa. Dieser könne schließlich den Schüler*innen eine Weltbegegnung eröffnen, die im besten Falle Resonanz erzeuge. Und würde man, wie Rosa vorschlägt, den „Leuchtende-Augen-Index“ messen, wäre diese Resonanz sogar irgendwie skalierbar. Bei allen Überlegungen sei aber eines entscheidend: Vertrauen – vielleicht eine der wichtigsten Ressourcen an einer „Schule der Zukunft“. Hartmut Rosa ist es an diesem Tag gelungen, in der IGS Garbsen einen Resonanzraum zu erzeugen – mit unzähligen leuchtenden Augen.
„Vertrauen“ – eine der wichtigsten Ressourcen einer „Schule der Zukunft“
„Vertrauen“ – eine der wichtigsten Ressourcen einer „Schule der Zukunft“
Prof. Dr. Hartmut Rosa verwandelt die IGS Garbsen in einen Resonanzraum
Meldung vom 11.09.2019
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