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Mit LeseLust zu neuen Titeln

-Endlich kommt zusammen, was zusammengehört-

Wer kennt sie nicht, die unvermeintliche These von der angeblichen Unvereinbarkeit von Sport und Kultur. Sport, respektive Fußball im Besonderen, gelangte dabei besonders in den Fokus der Betrachtung von meist so genannten Intellektuellen, die in Teilen über mehr Kulturpessimismus als motorisches Können verfügten.

Die Unterstellung damals wie heute: Fußball diene einzig dazu den ungehemmten Aggressionstrieb zu kompensieren. Häufig avancierte dabei der legendäre Libero, Willi Schulz, der zu seiner Zeit noch in den Fußballschuhen Stahlkappen trug, zum Kronzeugen der Kompensationstheorie. Denn Willi Schulz vertrat die Ansicht, dass Fußball lediglich „Krieg in kurzen Hosen“ sei. So ist die Versöhnung von Kultur und Fußball kulturhistorisch betrachtet bislang immer noch ein zartes Pflänzchen, welches einer ganz besonderen Hege und Pflege bedarf. Allerdings bleibt festzustellen, dass nicht erst seit Handkes bedeutsamem Werk „Die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter“ der Versöhnungsprozess voranschreitet. In diesem Zusammenhang sei die Frage erlaubt, ob Albert Camus auf seinen Literaturnobelpreis verzichtet hätte, wenn er stattdessen ein Ligaspiel als Torwart von MC Algier hätte bestreiten dürfen. Vermutlich hätte sich Camus für die Torwartkompensation entschieden. Nun aber hat es die IGS Garbsen vermocht den Antagonismus von Kultur und Fußball aufzuheben. Dank einer recht großzügigen Spende des Vereins „LeseLust“ mit seinem sehr umtriebigen Vorsitzenden und gefährlichen Strafraumspezialisten Dieter Albrecht ist es gelungen, die IGS-Fußball-Auswahlmannschaften mit neuen Trikots, Hosen und Stutzen auszustatten, und zwar mit dem Werbezug „LeseLust“ auf der Brust. Spätestens aber seit Pestalozzi ist bekannt, dass Brust allein nicht reicht. Deshalb ist mit dem Nestor der Literaturrezeption an der IGS Garbsen, Hugo Greff, informell vereinbart worden, dass eine Berufung in eine Fußball-Auswahlmannschaft der IGS Garbsen nur noch erfolgen kann, wenn der entsprechende Schüler über entsprechende Literaturkenntnisse verfügt, die mündlich in einer zentralen Berufungsprüfung nachgewiesen werden müssen. In diesem Kontext muss der Spieler wissen, dass es sich bei der Blechtrommel nicht nur um ein Spielmannszuginstrument handelt, Imre Kertesz nicht der Gegenspieler von Miroslav Klose ist und Deutschland ein Wintermärchen nicht automatisch zu einer Absage des Spieltags führt. An dieser Stelle gilt es für den Fachbereich Sport sich bei vielen „Unterstützern“ zu bedanken: H. Schädel für das Design, S. Thannheiser für den Kontakt zu Blade Runner, W. Decker II für die „Restfinanzierung“ und D. Roggenkamp für die Sponsorensuche. Heikoester